Der Real Life Letter
Jeden Sonntagmorgen. 600 Wörter. Eine echte Frage.
Aus den letzten Ausgaben
Warum ich meinen Notfallplan dreimal umschreiben musste
Mein erster Notfallplan war eine A4-Seite mit dem Titel 'Was ich tue, wenn alles schiefgeht'. Klingt gut. Hat null geholfen. Der Plan war voll von vagen Vorsätzen: 'weniger ausgeben', 'Hilfe suchen', 'Budget anpassen'. Als ich dann 340 CHF auf dem Konto hatte und eine Stromrechnung von 180 CHF, stand ich um 23 Uhr im Badezimmer und wusste nicht, welche der vagen Ideen überhaupt der richtige erste Schritt war.
Die 50-30-20-Regel hat bei mir nicht funktioniert
Alle sagen: 50% Fixkosten, 30% Freizeit, 20% Sparen. Ich habe es 4 Monate versucht. In Zürich, mit 4,200 CHF netto, geht allein die Miete auf 1,680 CHF. Das sind schon 40%. Dann kommen Krankenkasse, Steuern, Serafe, Handy. Nach den echten Fixkosten waren 68% weg, nicht 50%. Die Regel ist für Leute, die in einer Stadt mit günstigen Mieten leben.
Was mir niemand über das Alleinleben gesagt hat
Am schwierigsten war nicht das Geld und nicht die Wäsche. Es war Sonntagabend. Die Stille. Kein Geräusch aus der Küche, kein Fernseher im Nachbarzimmer, niemand, der fragt, ob du schon gegessen hast. Ich war 3 Wochen eingezogen und hatte zum ersten Mal begriffen, was 'alleine wohnen' wirklich bedeutet. Es ist nicht die Freiheit, die dich überrascht. Es ist die Verantwortung.
Jeden Sonntag in deinem Postfach
Eine E-Mail pro Woche. Kein Spam. Jederzeit abbestellbar. Deine Daten werden vertraulich behandelt.